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Veränderungsprozesse

von Klaus Hiller

Change-Prozesse in Verlagen und im Grafischen Gewerbe – eine Erfindung der Neuzeit?

Schauen wir kurz in die Geschichte:
1450 Gutenberg erfindet den Buchdruck mit beweglichen Lettern und löst damit eine Medienrevolution aus. 370 Jahre später die erste Satzmaschine (Patent 1822 an William Curch), 1896 folgt die Linotype-Satzmaschine von Ottmar Mergenthaler, 60er – 70er Jahre Umstellung von Bleisatz auf Fotosatz – Offsetdruck, 90er Jahre – Einführung DTP. Bis hierher ging es immer um die Optimierung von Printprozessen.

Ab Mitte der 90er Jahre kam mit dem Internet ein neues Medium hinzu. Wir alle kennen die Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Während anfangs Internet und Print parallel zueinander publizierten wird seit einigen Jahren crossmedial publiziert. Es gibt Ausgabekanäle, die Print, Online und Mobil heißen und es gibt Content, der je nach Ausgabekanal mit Bildern, Videos oder Sounds angereichert werden kann. Dazu kommen die sozialen Medien und es gibt den Kunden, der sich individuell aus all diesen Kanälen bedienen möchte. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren weiter voranschreiten, aus crossmedialem Publizieren wird „omnichannel Management“, den Kunden über jeden(!) Kanal erreichen.


Wir sind mitten in einer Medienrevolution!

Und das spannende ist: Keiner kann sagen, welche Geschäftsmodelle morgen erfolgreich sein werden und vor allem wie lange dieses oder jenes erfolgreich sein wird. Die klassischen Erlösmodelle der Verlage — Anzeigen, Abo, Einzelverkauf — wird es weiter geben, aber sie verändern sich bereits seit einigen Jahren. Es gibt Online-Abos und Online-Werbung, es wird nach Clicks und Relevanz abgerechnet.
Was braucht ein Verlag also, um zukunftssicher zu sein? Zum einen gute Ideen für neue Geschäftsmodelle und zum anderen erstklassige zuverlässige Technik, um diese Ideen umzusetzen. Dann ist es eben keine Lösung, komplexe Websites mit Open-Source-Produkten zu betreiben, nur, weil es vermeintlich nichts kostet und Kollege XY die Seiten per Copy&Paste pflegen kann. Da hilft auch kein Filesystem weiter, in dem man Stunden verbringen kann, um ein Bild zu suchen.

Wer jetzt nicht in modernste Technik investiert riskiert die Zukunftssicherheit seines Verlages!

Grundlegende Investitionen sind moderne Datenbanken mit medienneutraler Datenhaltung, Redaktionssysteme zum Publizieren in beliebige Ausgabekanäle, ein integriertes Web-CMS und mobile Lösungen. Schnittstellen müssen minimiert und Prozesse optimiert werden. Aus Anzeigensystemen werden Werbemanagementsysteme. Vertriebssysteme verwalten alle, auch digitale Abo-Modelle. Und alle Systeme müssen problemlos miteinander kommunizieren können.

Auf den Punkt bringt es Dr. Roman Leuthner in seinem Newsletter 01/2016

„Grundvoraussetzung für eine effektive Produktion von Inhalten sind effiziente Verfahren und Tools. Die technische Umgebung, in der Redaktionsteams arbeiten, sollte praktikabel und intuitiv bedienbar sein. Wenn Redakteure und Producer fortwährend in ‚verschiedenen Welten‘ arbeiten müssen – hier ein Print-Redaktionssystem der Firma X, dort ein Onlinesystem von Y, die Blattplanung von Z und die App-Produktion mit Hilfe von Q – kann kaum erwartet werden, dass effektiv multimedial produziert und distribuiert wird. Zum Standard sollte ein Content Management System (CMS) auf der Grundlage einer möglichst medienneutralen Inhalteaufbereitung gehören, das Investitionen erfordert. Aber auch jede crossmediale Schnittstelle zwischen inkompatiblen Systemen – und jeder Workaround – verursacht Kosten, bindet Kapazitäten und erhöht unnötig die Komplexität der Produktion.
Zu den Tools gehören darüber hinaus gut trainierte Workflows innerhalb der Redaktion und zwischen Redaktion und anderen Units, wie Grafik/Druckvorstufe, Verkauf, Vertrieb etc. Letztlich sind Standardisierungen wie Formulare und Leitfäden hilfreich, die alle organisatorischen und administrativen Aufgaben in der Redaktion erleichtern.“

Natürlich ist neue Technik erst einmal kostenintensiv. Aber das waren die ersten Druckmaschinen nach Gutenberg auch, die Linotype-Satzmaschinen waren eine teure Investition, genauso wie die DTP-Macs oder -PCs in den 90ern. Jetzt muss in moderne Technik investiert werden, mit medienneutraler Datenhaltung und der Möglichkeit, in alle Kanäle zu publizieren, in Technik, die alle bestehenden und künftigen Geschäftsmodelle abbilden und automatisieren kann. In Technik, die nachhaltig Produktionskosten senkt.

Welche Gründe sprechen jetzt noch gegen den Einsatz moderner Technik?

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